Teutonia – nicht noch mal

Die Überschrift könnte man positiv verstehen: Teutonia – nicht noch mal. Wozu auch? Man kauft im günstigsten Fall ein Mal im Leben einen Kinderwagen. Das erfüllt Teutonia, auch wenn man den Kinderwagen beim zweiten Kind noch mal hernimmt. Gut, die Luftkammerräder, die wir haben, zeigen deutliche Verschleißerscheinungen. Man könnte da gut mal in einen neuen Satz Reifen investieren. Aber beim Gestell und allem Anderen hat man nicht das Gefühl, dass es den nächsten Winter nicht übersteht.

Trotzdem ist die Überschrift genau so negativ gemeint, wie sie klingt. Und zwar aufgrund meiner folgenden Erfahrung:

Der Kinderwagen-Aufsatz auf dem Gestell ist bei unserem Modell mit je einer Verriegelung auf jeder Seite versehen. Diese ist dummerweise so konstruiert, dass man die Arretierfunktion der Entriegelung bei Fehlbenutzung ziemlich leicht abbrechen kann (siehe Pfeil im Bild). Man könnte das sicher so konstruieren, dass in dem Fall was anderes passiert als dass diese Arretierung kaputt geht, aber sei es drum. Das Problem geht damit nämlich erst los. Wenn man das repariert haben will, geht man als nächstes zum Fachhändler, bei dem man den Wagen vor Ort gekauft hat und bittet um Hilfe. Ich hab selbst miterlebt, wie der Händler daraufhin mit Teutonia telefoniert hat. Ich hatte das defekte Teil zu dem Zeitpunkt schon selbst ausgebaut. Das Ergebnis des Telefonats war ziemlich ernüchternd. Solche Ersatzteile werden nicht zur Verfügung gestellt. Derartige Reparaturen werden nur von Teutonia selbst ausgeführt. Man müsse den Kinderwagen dazu einschicken. Mein Fachhändler bot mir an dieser Stelle einen kostenlosen Leihwagen an, aber ich fand das unsinnig, das defekte Teil wieder einzubauen, nur damit anschließend der komplette Kinderwagen einmal durch die Republik geschickt wird.

Natürlich kann Teutonia sich darauf berufen, dass das ein sicherheitsrelevantes Bauteil ist. Aber bei einem Puky-Rad kann ich auch jedes sicherheitsrelevante Bauteil nachkaufen und selbst wechseln. Das ist ein guter Service für mündige Kunden. Zumal das defekte Teil nach Lösen nur einer handvoll Schrauben zu erreichen und in wenigen Minuten ersetzbar ist. Wenn man denn so ein Ersatzteil hat, nur bei Teutonia stößt man mit dieser Bitte auf taube Ohren.

Zum Glück leben wir in einer Zeit, in der man sich so ein Ersatzteil halt notfalls individuell drucken lässt. Man muss sich das Ersatzbauteil leider erst umständlich im Rechner zeichnen. Aber es geht. Das Video zeigt das Ergebnis. Eigentlich schon cool, aber natürlich ein ganz schöner Aufwand, zu dem man hier genötigt wird.

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